Erwin Kostedde - Deutschlands erster schwarzer Nationalspieler

      Erwin Kostedde gibt kaum noch Interviews und gilt als zurückgezogen. Beim Rundgang durch die Ausstellung aber ist alles anders. Der ehemalige Stürmer verfällt in Erinnerungen an seine Zeit mit Beckenbauer, Ente Lippens und Co.

      In der Schatzkammer, wo im Deutschen Fußballmuseum die WM- und EM-Pokale stehen und die Besucher mit ihrem Glanz anstrahlen, da passiert es. Da kommt doch etwas Verärgerung in Kostedde auf. „Es hätten es mehr sein dürfen…“, sagt er. Damit meint er nicht die Pokale, sondern seine Anzahl an Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft.  Drei waren es an der Zahl, 1974 und 1975. Doch die Verärgerung weicht hier in der Schatzkammer schnell der Stolz: „Das ist das größte, was ich in meiner Karriere erreicht habe!“.

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      Kostedde hat sichtlich Spaß hier bei seinem ersten Besuch im Deutschen Fußballmuseum. Er gilt eigentlich als zurückgezogen und nicht sehr redselig. Doch der Einladung des Museums, gerade jetzt in Zeiten von #blacklivesmatter, ist der heute 74-jährige dennoch gefolgt. Gemeinsam mit Autor und Journalist Alexander Heflik, der nächstes Jahr ein Buch über ihn herausbringen wird, sieht sich Kostedde den 3D-Film im Kino über verschiedene Generationen des deutschen Fußballs an, lässt Augenblicke Revue passieren. Geschichten gesammelt hat er viele: Immerhin war er in Münster, beim MSV, in Lüttich, wo er Titel gewonnen hat, in Offenbach, Berlin, Dortmund oder auch Bremen und Osnabrück. Bei manchen Klubs hat der Stürmer in mindestens jedem zweiten Spiel, bei anderen noch viel häufiger getroffen. Wie in Offenbach. 129 Spiele, 80 Tore. Nach ihm ist die Vereinszeitung benannt: „Erwin“.


      Erwin Kostedde hat Geschichte geschrieben. Mit vielen Toren, und mit einer Tatsache, die leider immer noch erwähnenswert ist: 1974 wurde er zum ersten schwarzen Nationalspieler Deutschlands. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, und hat dennoch noch immer Gewicht. Ob ihn das stört, diese Reduzierung auf diesen einen Fakt? Nein, auch hier „ist er stolz“ drauf. „Wenn ich jünger wäre, würde ich auch noch viel mehr gegen Rassismus machen. Die aktuelle Bewegung ist mutig. Früher hätte man den Spielern vielleicht geraten, ruhig zu sein. Heute bringen sie alles ans Tageslicht.“
      Eindrückliche Worte von einer großen Persönlichkeit des deutschen Fußballs, dessen Name in der Ausstellung des Deutschen Fußballmuseums verewigt ist.

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