| „Legenden Live“ im Fußballmuseum|„Legenden Live“ im Fussballmuseum

Torjäger-Legende Klaus Fischer im Fußballmuseum

Sebastian Kehl erzählt über die Nationalmannschaft und den BVB

Peter Neururer ist begeistert vom Fußballmuseum

Anekdoten von Sebastian Kehl, Klaus Fischer und Peter Neururer

#bild#Personifizierte Fußballgeschichte im Deutschen Fußballmuseum: Am Samstag waren im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Legenden Live“ der zweiterfolgreichste Bundesligatorjäger aller Zeiten Klaus Fischer und der langjährige BVB-Kapitän Sebastian Kehl zu Gast. Bei einem gemeinsamen Rundgang mit Museumsdirektor Manuel Neukirchner stellten sie sich den Fragen der Museumsgäste und ließen sie an zahlreichen Erlebnissen und Anekdoten aus ihrer aktiven Zeit teilhaben. Dabei offenbarte sich so manche Gemeinsamkeit.

Beide blicken auf zwei WM-Teilnahmen zurück und wurden Vize-Weltmeister – Fischer 1982 in Spanien, Kehl 20 Jahre später in Japan/Südkorea. Beide waren jeweils fünf Jahre für die Nationalmannschaft aktiv, bei beiden verhinderten langwierige Verletzungen eine größere Anzahl von Länderspielen. Sowohl der gebürtige Niederbayer Fischer als auch der aus Fulda stammende Kehl fanden ihr Fußballerglück im Ruhrgebiet – wenn auch bei ziemlich gegensätzlichen Vereinen. Klaus Fischer absolvierte 295 seiner 535 Bundesligaeinsätze für Schalke 04, bei Sebastian Kehl sind es 263 von insgesamt 335 für den ärgsten Rivalen Borussia Dortmund.

Und beide leisten mit persönlichen Erinnerungsstücken einen wertvollen Beitrag für die Dauerausstellung des Deutschen Fußballmuseums. Klaus Fischer stellt die Ehrungsmedaillen der ARD-Sportschau für sein Jahrhunderttor zur Verfügung. Am 16. November 1977 gelang ihm mit einem artistischen Fallrückzieher der 4:1-Endstand im Länderspiel gegen die Schweiz. Der Treffer wurde von den Zuschauern der ARD-Sportschau erst zum Tor des Monats, dann zum Tor des Jahres, zum Tor des Jahrzehnts und schließlich zum Tor des Vierteljahrhunderts gewählt.

Als während des Ausstellungsrundgang der "Magische Moment" eingespielt wurde, als der Torjäger-Legende wiederum mit einem Fallrückzieher der 3:3-Ausgleich im WM-Halbfinalspiel 1982 gegen Frankreich gelang, applaudierten die Museumsbesucher spontan. Und Fischer erinnerte sich lachend: "Ich hatte Glück, dass das Ding reingegangen ist."

Von Sebastian Kehl ist die Kapitänsbinde aus seinem letzten Bundesliga-Heimspiel in der Ausstellung zu sehen, ebenso wie Erinnerungsplaketten an die Begegnungen der WM-2006, an denen er mitgewirkt hat. Der langjährige BVB-Kapitän, der im Sommer noch die Museumsbaustelle besucht hatte, war angetan von seinem Besuch in der Ausstellung: „Es ist schön, hier zu sein, weil ich hier neben den vielen großartigen Fußballmomenten, die ich als Aktiver selbst miterlebt habe, auch meinen Kindheits- und Jugenderinnerungen begegne.“

#bild#Eine Woche vor Kehl und Fischer hatte eine Trainerlegende das Fußballmuseum besucht. Peter Neururer war nach 90 Minuten plus Nachspielzeit begeistert: „Das Haus ist der Hammer. Phantastische Technik, tolle Mitmachaktionen und faszinierende Exponate. An jeder zweiten Ecke bekommt man eine Gänsehaut.“ Die Anekdoten sprudelten nur so aus Peter Neururer heraus. So erzählte der gebürtige Marler, wie er als Elfjähriger zusammen mit seinem Vater zum WM-Endspiel 1966 nach London gereist sei. „Dort habe ich von meinem Vater die einzige Backpfeife meines Lebens bekommen.“ Neururer Junior war damals mit Linienrichter Tofiq Bəhramov überhaupt nicht einverstanden, auf dessen Entscheidung das berühmte Wembley-Tor, der Treffer zum 3:2 für England, beruhte. „In der Situation habe ich mich, was mir sonst eigentlich nicht passiert, in der Wortwahl vergriffen. Auch wenn ich am Ende Recht behalten habe.“

Neururer verriet, warum es nie mit einem Engagement beim DFB geklappt hat: „In meiner Zeit bei Alemannia Aachen habe ich es mir wohl mit dem damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun verscherzt, der Stammgast bei unseren Spielen war.“

Wie im Fluge verstrichen fast zwei Stunden, so dass sich Neururer wegen eines Anschlusstermins vor Ende des kompletten Rundgangs von den Besuchern verabschieden musste. Mit Autogrammen, Erinnerungs-Fotos und einem Versprechen: „Ich komme wieder, da ich noch eine Menge zu erzählen habe.“

Bildergalerie zum Besuch von Sebastian Kehl und Klaus Fischer

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