Ein Weltmeister und der WM-Pokal.

Mario Götze erkundet den Ausstellungsbereich Das Wunder von Bern.

Gänsehaut-Moment: Auf der riesigen Ballskulptur erscheinen die Bilder von 2014.

02.02.2017

Mario Götze auf den Spuren der WM-Erfolge

Mario Götzes Anreise ist kurz, um im Deutschen Fußballmuseum noch einmal den langen Erfolgsweg der Nationalmannschaft vom „Wunder von Bern“ 1954 bis zum WM-Titel 2014 in Brasilien nachzuvollziehen. Vom BVB-Trainingsgelände im Dortmunder Stadtteil Brackel sind es nur wenige Auto-Minuten in die Innenstadt, wo sich die Ausstellung direkt gegenüber dem Hauptbahnhof befindet.

#bild# Quasi ein Katzensprung für den Überflieger. Bei seiner Ankunft gibt sich Götze jedoch ganz geerdet. Seine Aufmerksamkeit gilt zunächst dem kleinen Elias, der an seinem 10. Geburtstag mit seinem Großvater gerade ein Museumsticket gelöst hat und nun sein Glück über den unverhofften Gratulanten kaum fassen kann. Man sieht es den großen Augen des Jungen an: Für ihn ist Mario Götze ein Superheld. Ähnlich ergeht es zwei älteren Besucherinnen, die sich beim Anblick des prominenten Gastes fragen: „Ist das der echte?“

Superhelden haben es zuweilen schwer. Siehe nach bei Superman, Batman oder demnächst wieder bei einigen X-Men. Da stürzen unangenehme Gegenspieler den Helden in eine Schaffenskrise. Die Öffentlichkeit erkennt ihn kaum wieder, weiß sie doch, wozu er eigentlich in der Lage ist. Sie beginnt an ihm zu zweifeln und der Gestrauchelte an sich selbst. Er trifft vielleicht falsche Entscheidungen, macht sich für einige zum Buhmann, aber eigentlich hoffen alle darauf, dass sich das Blatt wieder wendet. Was tun? Der Held kehrt zu seinen Wurzeln zurück…

Mario Götze weilt an diesem Tag auch im Dortmunder Stadtteil Hombruch. Hier hat er beim FC Eintracht, einem der beiden Fusionsvereine des heutigen Hombrucher SV, das Fußballspielen gelernt. „Ich bin für jede einzelne Station dankbar“, sagt der 24-Jährige. „Jeder Verein, für den ich gespielt, jeder Trainer, mit dem ich zusammengearbeitet habe, hat seinen Anteil an meinem Werdegang.“ Nun steht er im Deutschen Fußballmuseum und taucht ein in unvergessene Fußballmomente. Der Rundgang führt ihn zu den Großtaten anderer Superhelden, zu seinen Vorgängern als WM-Siegtorschütze. Er betrachtet den Ball, den Helmut Rahn einst entscheidend in das gegnerische Tor der Ungarn drosch, begibt sich anschließend in eine Art Halbkreis, der die unnachahmliche Drehung nachvollzieht, aus der Gerd Müller 1974 das 2:1 gegen die Niederlande erzielte. Wenig später beugt sich Götze über ein einzigartiges Stück Rasen. Es ist der Elfmeterpunkt aus dem Olympiastadion von Rom, von dem aus Andreas Brehme die Nationalmannschaft 1990 zum WM-Titel schoss.

#bild#„Diese Momente kreieren eine spezielle Atmosphäre. Die Ausstellung ist packend und emotional inszeniert“, zeigt sich Götze begeistert, noch bevor eine ganz besondere Begegnung ansteht: Der Nationalspieler blickt zurück in seine eigene Vergangenheit. Auf der überdimensionalen Ballskulptur erscheinen Bilder von der WM 2014. Finale, 113. Minute: André Schürrle dribbelt in Zeitlupe an der linken Außenlinie entlang, bedrängt von zwei argentinischen Gegenspielern bringt er dennoch eine präzise Flanke zustande, in der Mitte fabriziert Mario Götze sein persönliches Meisterwerk: Ballannahme mit der Brust, Torabschluss volley mit links, hinein ins lange Eck. Der Rest ist Jubel.

Zwischen dem Götze auf der Leinwand und dem Götze, der gerade im Deutschen Fußballmuseum steht, liegen zweieinhalb Jahre. „Es fühlt sich eigentlich noch weiter weg an, aber in diesem Ambiente kommen wieder viele Erinnerungen hoch.“ Jemand neben ihm, der auch ganz ergriffen von einem der größten Momente der deutschen Fußballgeschichte ist, fragt, was man einen Superhelden fragen muss: „Bist Du unsterblich?“ Götze antwortet: „Das klingt, als wäre das schon alles gewesen. Es kommt noch mehr.“ Jeder, der Mario Götzes Geschichte verfolgt, ahnt nun, was man vorher nur zu hoffen gewagt hatte. Alles wird gut.

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