Deutsches Fußballmuseum initiiert Online-Lexikon über jüdische Fußballer

      Anlässlich des Festaktes zum 100. Geburtstag der Maccabi World Union hat das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund am Sonntag (29.8.) das Projekt "Niemals vergessen – das Online-Lexikon verfolgter jüdischer Fußballer" vorgestellt.

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      Das Lexikon widmet sich den Lebensgeschichten heute zumeist vergessener jüdischer Fußballer und Funktionäre. Diese werden in Zusammenarbeit mit über 30 Vereinen und Vereinigungen aus ganz Deutschland, darunter u.a. der Hamburger SV, FC Schalke 04, Eintracht Frankfurt und FC Bayern München, unter dem Dach des Fußballmuseums erstmals an einem zentralen Ort zusammengefasst und damit das Gedenken an sie fest im deutschen Fußball verankert.

      Museumsdirektor Manuel Neukirchner: „Die Nationalsozialisten löschten nicht nur Leben aus, sondern auch Erinnerungen. Die Konterfeis sportlich erfolgreicher Juden wurden aus Sammelalben entfernt, ihre Namen von Gedenkplatten gekratzt, ihre Gesichter aus Vereinsfotos herausretuschiert und ihre Erfolge aus Rekordlisten gestrichen. Mit dem Online-Projekt machen wir auf das Schicksal verfemter und ermordeter jüdischer Sportpioniere aufmerksam, die dem Fußball in Deutschland einst wichtige Impulse gaben. Zudem ist es unser Anliegen, ein permanentes Zeichen gegen jede antisemitische und rassistische Tendenz im heutigen Fußball zu setzen.“

      Das Projekt fußt auf umfangreichen Recherchen und Vorarbeiten von Prof. Lorenz Peiffer und seinem Team an der Leibniz Universität Hannover, die die wissenschaftliche Erforschung der jüdischen Sportgeschichte seit vielen Jahren federführend vorantreiben. In den vergangenen zwölf Monaten konnten in akribischer Detail- und Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der deutschen Fußballmuseen und Vereinsarchive bereits über 150 Biografien jüdischer Fußballer und Funktionäre rekonstruiert werden. Täglich werden es mehr. Sie alle sollen noch in diesem Jahr mit Namen, Erfolgen und Lebensschicksal auf der Internetseite fussballmuseum.de veröffentlicht werden. Dort werden sie nach unterschiedlichen Kriterien wie etwa Vereinszugehörigkeit oder NS-Schicksal zu recherchieren sein. Zugleich werden Interessierte dazu aufgerufen sein, in ihrem Umfeld weitere Lebensgeschichten zu erforschen und ihre Erkenntnisse beizutragen.

      Mit Niemals vergessen - das Online-Lexikon verfolgter jüdischer Fußballer initiiert das Deutsche Fußballmuseum eine zeitgemäße Vermittlung der grausamen Verfolgungsgeschichte der Juden in Deutschland.

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