* 17. April 1951, Hamm
Sturm
Stationen als Trainer:
1971 Germania Hamm
1971-1972 Hammer SpVg
1972-1975 SC Westtünnen
1975-1978 Rot-Weiss Essen
1978-1983 Hamburger SV
1983-1985 Standard Lüttich
1985-1986 Borussia Dortmund
1987-1988 SC Westtünnen
Verein:
224 Spiele, 136 Tore (Bundesliga)
41 Spiele, 17 Tore (1. Division, Belgien)
Erfolge:
Deutscher Meister: 1979, 1982, 1983
Europapokal der Landesmeister: 1983
Nationalmannschaft:
21 Spiele, 6 Tore
Vize-Weltmeister: 1982
Europameister: 1980
„Manni Banane, ich Birne – Tor“. Horst Hrubesch ist kein Mann großer Worte. In typischer Manier fasst er in einem Interview ohne große Umschweife einen der berühmtesten, aber auch einfachsten Spielzüge in der Bundesligageschichte zusammen, der darüber hinaus die erfolgreichste Ära des Hamburger SV mitbegründete.
Als der 1,88 Meter große Mittelstürmer 1978 im bereits fortgeschrittenen Fußballeralter von 27 Jahren mit der Empfehlung des bis heute gültigen Zweitliga-Rekords von 41 Saisontoren von Rot-Weiss Essen aus dem Ruhrgebiet zu den Hanseaten wechselt, findet Manfred „Manni“ Kaltz endlich einen kongenialen Abnehmer für seine raffiniert angeschnittenen Vorlagen, die als „Bananenflanken“ in den Wortschatz des deutschen Fußballs Eingang finden.
Hrubesch sorgt in der höchsten deutschen Spielklasse fortan als „Kopfball-Ungeheuer“ für Schrecken bei seinen Gegnern – und bei seinem Verein für einen enormen Aufschwung. Die fünf Jahre, in denen Hrubesch für den HSV aktiv ist, werden zu einer einzigartigen Erfolgsstory. Am Ende stehen drei deutsche Meisterschaften sowie zwei Endspiele im Europapokal der Landesmeister. Im Finale von 1983 krönt sich das Team um Kapitän Horst Hrubesch in Athen zur besten europäischen Vereinsmannschaft, als Favorit Juventus Turin durch ein Tor von Felix Magath mit 1:0 bezwungen wird.
In Hrubeschs Karriere bei der Nationalmannschaft, wo er mit 29 Jahren ebenfalls zu den Spätberufenen gehört, ragen vor allem zwei Spiele heraus: Im EM-Finale 1980 in Rom gelingen ihm beide Treffer zum 2:1-Sieg gegen Belgien, wodurch sich die deutsche Nationalmannschaft zum zweiten Mal mit dem EM-Titel krönt. Beim WM-Halbfinale 1982 gegen Frankreich wird Hrubesch zur 73. Minute eingewechselt, bereitet in der Verlängerung durch einen geschickt abgelegten Kopfball den 3:3-Ausgleich von Klaus Fischer vor und trifft im Elfmeterschießen entscheidend zum Finaleinzug. Sein Gang zum Elfmeterpunkt, ohne sich den Ball vor dem Schuss selbst zurechtzulegen, ist legendär. Auch hier entledigt er sich der Angelegenheit in typischer Manier – ohne große Umschweife.
Die HALL OF FAME des deutschen Fußballs ist auf Initiative des Deutschen Fußballmuseums gegründet worden. Im November 2018 und Januar 2019 haben führende Sportjournalistinnen und Sportjournalisten die Gründungsmannschaften der Männer und Frauen gewählt. Die Jurymitglieder waren aufgerufen, ihre Spieler- und Trainerpersönlichkeiten des deutschen Männer- und Frauenfußballs zu berufen. Genannt werden durften Spielerinnen und Spieler, die für deutsche Auswahlmannschaften spielberechtigt waren und deren Karriereende mindestens fünf Jahre zurückliegt. Die HALL OF FAME würdigt die größten Legenden des deutschen Fußballs erstmals zentral an einem Ort. Sie ist Teil der Dauerausstellung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Am 1. April 2019 eröffnet, ist so eine dauerhafte Pilgerstätte für alle Fußballfans entstanden. Die Jury entscheidet im jährlichen Rhythmus über weitere Neuaufnahmen aus dem Männer- und Frauenfußball.