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      Rudi Völler

      13. April 1960, Hanau
      Sturm

      Stationen als Spieler:

      1977-1980    Kickers Offenbach    
      1980-1982    TSV 1860 München    
      1982-1987    Werder Bremen    
      1987-1992    AS Rom    
      1992-1994    Olympique Marseille    
      1994-1996    Bayer 04 Leverkusen        
       

      Verein:
      232 Spiele, 132 Tore (Bundesliga)
      142 Spiele, 45 Tore (Serie A, Italien)
      58 Spiele, 24 Tore (Ligue 1, Frankreich)

      Erfolge:
      UEFA Champions League Sieger: 1993
      Italienischer Pokalsieger: 1991
       

      Nationalmannschaft:
      90 Spiele (47 Tore)
      Weltmeister: 1990
      Vize-Weltmeister: 1986
      Vize-Europameister: 1992

      In den Stadion-Kurven, wo die Fans in der Lage sind, für Gänsehaut-Atmosphäre zu sorgen, mögen sie Vornamen wie Siegfried und Wilfried. Oder Rudolf. Insbesondere wenn einer ihrer Lieblinge darauf hört und sie zu Tausenden unter Verwendung der naheliegenden Ableitung dessen Aktionen lautstark begleiten, indem ein langgezogenes Siggi und Willi ertönt. Oder Ruuuuudi! Bei manchem Spieler liegt die Einschätzung nahe, dass sich die Popularität beinahe stärker über den Vornamen als über das fußballerische Leistungsvermögen definiert. Nicht so bei Rudolf Völler. Sein Förderer Otto Rehhagel sagt: „Rudi war ein außergewöhnlicher Spieler, ein kompletter Stürmer. Beidfüßig, kopfballstark, sehr schnell, mit ausgezeichnetem Dribbling und Torinstinkt.“

      Rehhagel holte den hochveranlagten Stürmer als Torschützenkönig der zweiten Liga 1982 nach Bremen mit dem Ergebnis, dass dieser auf Anhieb auch zum Torschützenkönig der ersten Liga und Deutschlands „Fußballer des Jahres“ aufstieg. Mit seiner Verpflichtung etablierte sich Werder in der Bundesliga-Spitze. Völlers Tore, insgesamt 97 bei 137 Einsätzen in fünf Spielzeiten, bescherten dem Verein drei Vizemeisterschaften und in jeder Saison die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Völlers Art auf dem Spielfeld zu agieren, war mitreißend. Der kämpferische Laufstil, die Lust, sich in Zweikämpfen zu behaupten, seine nicht nur auf den 16-Meterraum beschränkte Umtriebigkeit, entlockten seinen Fans die Ruuuuudi-Rufe, sobald er auch nur in Ballnähe kam. Seine Beliebtheit schwappte über Vereinsgrenzen. Als Völler nach einem Foul monatelang ausfiel, bangte so gut wie die ganze Nation um seine rechtzeitige Genesung zur WM 1986.

      Das Comeback gelang, doch konnte er das Turnier in Mexiko nicht mit 100-prozentiger Fitness bestreiten. Ab dem Viertelfinale kam er nur noch als Ergänzungsspieler zum Einsatz, trug als solcher mit einem Tor im Halbfinale gegen Frankreich entscheidend zum Einzug ins Endspiel bei, wo er erneut traf. Sein Ausgleich nach einem 0:2-Rückstand gegen Argentinien weckte für kurze Zeit die Hoffnungen der deutschen Mannschaft auf ein Happy End, die wenig später durch Jorge Burruchaga ein jähes Ende fanden.

      Dass vier Jahre später die Revanche gelang, war auch Ruuudi zu verdanken. Wie die meisten seiner Teamkollegen spielte er ein großes Turnier, wenn auch mit einem für ihn wechselhaften Verlauf, nachdem die massive Unsportlichkeit seines Gegenspielers Frank Rijkaard im Achtelfinale gegen die Niederlande auch ihm auf bis heute unerklärlicher Weise einen Platzverweis und ein Spiel Sperre eingebracht hatte. Im dramatischen Halbfinale gegen England verletzte er sich früh, war aber vier Tage später im Finale, wieder gegen Argentinien, entscheidend zur Stelle. Ein an ihm verursachter Elfmeter nutzte Andy Brehme zum Siegtreffer und Triumph in der magischen Nacht von Rom. In seiner Wahlheimat, in „seiner“ Stadt. 1987 hatte es Völler ins Ausland zum AS Rom gezogen. Dort avancierte er – wen wundert‘s – zum Publikumsliebling. Nicht zuletzt deshalb galten die Sympathien der italienischen Zuschauer im Endspielstadion, dem Stadio Olimpico di Roma, überwiegend der deutschen Mannschaft.

      Italien war damals das gelobte Land für das „Who is Who“ des internationalen Fußballs. Auch die Bundesliga verlor neben Völler weitere Stars an die Serie A. Sie alle kehrten nach Deutschland zurück, wurden als internationale Top-Stars zur Bereicherung der Bundesliga, und schlossen die große Lücke, die sie zuvor selbst hinterlassen hatten. Bei Bayer Leverkusen freuten sich die Fans in der Kurve über die Rückkehr von „Ruuuuudi“, auch wenn der wegen seiner recht früh ergrauten Lockenpracht inzwischen die Umtaufe in „Tante Käthe“ vollzogen hatte. 

      Die HALL OF FAME des deutschen Fußballs ist auf Initiative des Deutschen Fußballmuseums gegründet worden. Im November 2018 und Januar 2019 haben führende Sportjournalistinnen und Sportjournalisten die Gründungsmannschaften der Männer und Frauen gewählt. Die Jurymitglieder waren aufgerufen, ihre Spieler- und Trainerpersönlichkeiten des deutschen Männer- und Frauenfußballs zu berufen. Genannt werden durften Spielerinnen und Spieler, die für deutsche Auswahlmannschaften spielberechtigt waren und deren Karriereende mindestens fünf Jahre zurückliegt. Die HALL OF FAME würdigt die größten Legenden des deutschen Fußballs erstmals zentral an einem Ort. Sie ist Teil der Dauerausstellung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Am 1. April 2019 eröffnet, ist so eine dauerhafte Pilgerstätte für alle Fußballfans entstanden. Die Jury entscheidet im jährlichen Rhythmus über weitere Neuaufnahmen aus dem Männer- und Frauenfußball.

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