
Henry Kissinger 1950 in der Abschlusszeitung der Harvard University, Quelle: Harvard University Annual Yearbook 1950, via Wikimedia CommonsNach dem Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth in die Bundesliga war der damals 89-jährige Henry A. Kissinger am 15. September 2012 Ehrengast beim zweiten Heimspiel gegen Schalke 04 und löste damit ein früheres Versprechen ein.
Seit seiner Kindheit ist Henry Kissinger ein begeisterter Fußballer und Anhänger der SpVgg Fürth, die damals zu den spielstärksten Mannschaften in Deutschland zählte. Er schloss sich jedoch zunächst dem jüdischen Sportklub Bar Kochba Fürth an, erst später spielte er in der Jugendmannschaft der Spielvereinigung. Damals hieß er noch Heinz Alfred Kissinger und wohnte mit seiner Familie in Fürth in der Blumenstraße 31. Vor nationalsozialistischer Diskriminierung und Verfolgung floh die Familie 1938 in die USA.
Nach dem Krieg studierte Henry Kissinger Politikwissenschaften in Harvard und wurde außenpolitischer Berater von drei amerikanischen Präsidenten. Unter Richard Nixon verhandelte er mit China und Russland. In den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit rückte Kissinger, als ihm 1973 der Friedensnobelpreis für die Aushandlung des Waffenstillstandes im Vietnamkrieg verliehen wurde. Von 1973 bis 1977 war er US-Außenminister, anschließend zog er sich aus dem politischen Leben weitgehend zurück.
Kissinger 2010 bei einem Besuch im Sportpark Ronhof, Quelle: Archiv der SpVgg Greuther FürthBis ins hohe Alter verfolgte Kissinger die Spiele von Greuther Fürth, wo er Ehrenmitglied ist, im Internet. Früher ließ er sich die Ergebnisse nach jedem Spieltag von der deutschen Botschaft übermitteln. Im Jahre 1998 verlieh die Stadt Fürth ihm die Ehrenbürgerwürde. Er starb am 29. November 2023 im Alter von 100 Jahren.