Quelle: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt

Dr. Alfred Meyers

Geburts- und Todesdatum nicht bekannt
Funktionär
Erfolge:
  • Süddeutscher Meister 1933

Alfred Meyers wurde 1929 als Nachfolger von David Rothschild Vorsitzender des FSV Frankfurt. Unter seiner Führung wurde 1931 das Stadion am Bornheimer Hang gebaut, wo der FSV bis heute beheimatet ist. Mit seinen großen Tribünen, Stehterrassen und einem Fassungsvermögen für 18.000 Zuschauer galt der Bau damals als „eines der modernsten und schönsten Fußballstadien in Süddeutschland“.
Alfred Meyers war Direktor der IG Farben und unterstützte den Verein schon vor dem Beginn seiner Präsidentschaft großzügig. Auch dank seiner Zuwendungen wurde der FSV in den 1920er Jahren zu einem sehr internationalen Verein und beschäftigte u.a. Spieler und Trainer aus Norwegen, Schweden, England und der Schweiz.
Einen seiner größten Erfolge erlebte der FSV, als er im April 1933 mit einem 1:0-Sieg gegen 1860 München die Süddeutsche Meisterschaft gewann. Alfred Meyers war zu diesem Zeitpunkt bereits aus allen Vereinsämtern gedrängt worden. Er floh noch im Jahr 1933 in die USA. Nach Kriegsende nahm Meyers wieder Kontakt mit seinen früheren Vereinskameraden auf und wurde von ihnen mehrfach in "sein" Stadion eingeladen.

Bei einem Besuch im Jahr 1950 äußerte er sich wie folgt: "Meine Vereinsbegeisterung war einzig und allein das starke Echo der Liebe, die mir von Mitgliedern und Anhängern entgegengebracht wurde. Gerade die Tatsache, dass es mir möglich war, den Verein erfolgreich für so viele Jahre zu leiten, ist der beste Beweis dafür, dass der Geist im Verein gesund und stark war. Und dann kamen die dunklen Jahre, die Sport zum Spielball der Politik machten und an die ich nicht zurückdenken will."

Nach einer langen Phase des Vergessens erinnert der FSV Frankfurt heute wieder an seinen früheren Präsidenten. Zum Spiel gegen Kickers Offenbach im März 2019 organisierten die FSV-Fans in ihrer Kurve eine großformatige Choreographie mit dem Konterfei von Alfred Meyers.

Autor: Lorenz Peiffer, Henry Wahlig

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