Max Rath 1931, Quelle: Bestand des MARCHIVUM Mannheim, Archivnummer KF044202

Max Rath

Geboren am 20.03.1884 in Geldern, Deutschland
Für tot erklärt am 08.05.1945 in KZ Auschwitz
Ermordet im Holocaust
Mäzen
Torwart

Familie Rath 1931, Quelle: Bestand des MARCHIVUM Mannheim, Archivnummer KF044202Max Rath wurde am 20.03.1884 in Geldern, heute Kreis Kleve, geboren. Er zog 1913 nach Mannheim und heiratete dort am 19.03.1913 Martha Bauer (geb. 09.12.1887). Mit den 1913 und 1921 geborenen Söhnen Kurt und Paul zog die Familie 1921 in das eigene Haus in F3,13. Rath war durch den Sackhandel zu großem Wohlstand gekommen und betrieb die Textilwarenhandlung Max Rath OHG (Manufakturwaren) von F3 aus.

Max Rath pflegte Kontakte zum Spieler des VfR Mannheim und späteren Reichstrainer Otto Nerz. Im Sommer 1921 finanzierte der fußballbegeisterte Textilkaufmann den Wechsel des damals 24-jährigen Herbergers vom SV Waldhof zum Lokalrivalen VfR Mannheim ein. Die "Ablöse", u.a. eine neue Einbauküche für das Ehepaar Herberger, löste im Nachgang die sog. "Berufsspieleraffäre" aus und sorgte damit für ein Jahr Sperre für Sepp Herberger.

Rath war Spieler der alten Herren und über viele Jahre ein großzügiger Mäzen des VfR. Da in dieser Zeit offizielle Geldzahlungen an Spieler streng verboten waren, erhielt Herberger über Rath zunächst ein verstecktes Handgeld in Höhe von 10.000 Mark. Später durfte der Nationalspieler auch in einer Wohnung von Rath mietfrei wohnen und zum Schein in seiner Firma arbeiten. Auch vermittelte Rath dem späteren Reichs- und Bundestrainer eine Anstellung bei der Dresdner Bank.

Max Rath (vorne, Mitte) als Torwart der Alten Herren des VfR Mannheim, 1920/21, Quelle: Karl Bühn: 25 Jahre Mannheimer Rasensport. Denkschrift zum 25-jährigen Jubiläum des Vereins für Rasenspiele Mannheim e.V.Kurz nach der NS-Machtübernahme drangen SA-Männer in die Wohnung von Max Rath ein. Rath, im ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet, dachte bis zuletzt, seine Verdienste schützten ihn vor den Repressalien der Nationalsozialisten.

Am 22. Oktober 1940 wurde er zusammen mit seiner Frau Martha in das Internierungslager Gurs und am 14. August 1942 weiter nach Auschwitz deportiert und wahrscheinlich sofort ermordet. Martha und Max Rath wurden zum 08.05.1945, für tot erklärt.

Autor: Lorenz Peiffer, Henry Wahlig, Tilo Dornbusch

Literaturverweise
Adressbuch Mannheim 1930/31, Aussage Magdalena Mütsch - Wiedergutmachungsakten, Chronik 25 Jahre VfR Mannheim, Meldekarte Stadtarchiv Mannheim, Nachruf Paul Rath aus dem MaMo von 28.11.2005, Rechercheakten des Roten Kreuzes, Schwarz-Pich, Karl-Heinz: Der Ball ist rund – Eine Seppl Herberger Biographie, verlag regionalkultur, 1996, Wiedergutmachungsakten Landesarchiv Karlsruhe, Archivsignatur: 480 Landesamt für die Wiedergutmachung: Einzelfallakten / 1901-2014, Generallandesarchiv Karlsruhe 480 Nr. 21355 (1-2) sowie 480 Nr. 21363 (1-2) und 508-2 Oberfinanzdirektion Karlsruhe: Rückerstattung [508-2 Nr. 3263 (Verweis 1)], Bestand des MARCHIVUM, Archivnummer , KF044202
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