Ernst Nathan

Ernst (Ernest) Nathan

Geboren am 24.05.1916 in Langenberg, Deutschland
Gestorben am 11.10.1997 in London, Vereinigtes Königreich
Spieler
linker Verteidiger

Ein bekannter Sportler mit jüdischer Familiengeschichte aus Velbert-Langenberg war Ernst, später Ernest, Nathan, der als Gymnasiast im Langenberger Spielverein 1916 e.V. als linker Verteidiger spielte.

Im persönlichen Gespräch erzählte er einst, dass ein grandioser Sieg von 6:0 gegen den Gegner Borussia Verbert aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu seinen erinnerungswerten Erfolgen zählte.

Nach dem Pogrom vom 9. November 1938 gelang ihm mit Hilfe des Langenberger Polizeichefs, Ernst Veith, die Emigration – zunächst nach Holland, dann weiter nach England. Ern(e)st Nathan ließ sich nach seiner Flucht nach England in der britischen Armee zum Soldaten ausbilden, während sich sein Bruder Walter den britisch-palästinensischen Truppen angeschlossen hatte. Beide gelangten im Rahmen des D-Day 1944 wieder auf das europäische Festland und trafen sich schließlich in Wesel. Von dort fuhren sie ins heimische Langenberg.

Sie kamen zwar als Sieger, aber sie hatten alles verloren. Das Haus der Nathans war verwüstet. Die Eltern, Adolf und Betty Nathan, waren 1941 in das Ghetto Litzmannstadt verschleppt und 1942 im Vernichtungslager Kulmhof/Chelmo ermordet worden. 

Ernst kehrte nach dem Krieg nach London zurück und starb dort 1997. Seinen Bruder Walter zog es wieder nach Palästina, wo er 2019 in Haifa starb. 

Autor: Wilfried Schmidt; Initiatoren: Bündnis "Aktiv gegen Antisemitismus Velbert"

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