Robert Rosenbaum

Geboren am 01.04.1889 in Hannover, Deutschland
Gestorben am 12.09.1961 in den USA
Funktionär

Der Bankier Robert Rosenbaum war in den 1920er Jahren Mitglied der Finanzkommission des Vorstandes von Hannover 96. Seit 1923 war er Partner der Bank der Gebr. Dammann. In dieser Funktion half er seinem Verein bei der Finanzierung des neuen Vereins-Clubheims, in dem er ein Darlehen bei seiner Bank in Höhe von ca. 20.000 Mark vermittelte.

Bei der Einweihung des neuen Clubheims am 12. April 1931 wurde Robert Rosenbaum für seine Verdienste um den Verein mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Nach der NS-Machtübernahme versuchte Hannover 96, das ‚jüdische‘ Darlehen durch den Verkauf von Hypotheken-Anteilsscheinen abzulösen. Der Versuch scheitere jedoch kläglich: Es kamen nur knapp 6.000 Mark zusammen.

In dieser Situation erreichte Rosenbaum, obwohl er mittlerweile aus dem Verein ausgetreten war, eine entsprechende Ermäßigung der Forderungen. Damit konnte der Verein sein ‚jüdisches‘ Darlehen ‚arisieren‘.

Im Jahr 1936 wurde Robert Rosenbaum von der Gestapo verhaftet. Sein Pass wurde eingezogen und er wurde zur Auswanderung gedrängt. In dieser Situation gelang es ihm noch, einen Altersheimplatz für seine Mutter zu finanzieren. Sie wurde später in das KZ Theresienstadt deportiert und dort ermordet.

Robert Rosenbaum musste seine Emigration wegen schwerer Herzprobleme verschieben und erlebte so noch die Pogromnacht in Hannover mit. Später gelang ihm mit seiner Familie die Flucht nach Brookline/Massachussetts in den USA, wo er 1961 verstarb.

Derzeit lässt Hannover 96 das Schicksal weiterer jüdischer Vereinsmitglieder erforschen.

Autor: Lorenz Peiffer, Henry Wahlig

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