| Ein Abend gegen das Vergessen

Liga Terezin

Oded Breda (rechts) und Mike Schwartz stellten den Film vor.

Liga Terezin

Deutsches Fußballmuseum zeigt „Liga Terezin“.

Liga Terezin

Das Plakat zum Film.

Liga Terezin

Museumsdirektor Manuel Neukirchner (v.r.) im Gespräch mit Oded Breda und Mike Schwartz.

Rund 140 Gäste im voll besetzen N11 Bar & Restaurant des Deutschen Fußballmuseums wohnten am Donnerstagabend der Vorführung des Dokumentarfilms „Liga Terezin“ über Fußballspiele im KZ Theresienstadt bei. Der israelische Regisseur Mike Schwartz und sein Landsmann Oded Breda, auf dessen Nachforschungen das Werk basiert, machten auf ihrer Tour durch elf deutsche Städte Station in Dortmund.|„Liga Terezin“ im DFM

#bild#Im Umfeld des 27. Januar, dem Gedenktag an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, ist es ihr Anliegen, die Erinnerung an die NS-Gräueltaten wach zu halten und darüber insbesondere mit der jüngeren Generation ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam mit Moderator Ronny Blaschke und dem BVB-Fanbeauftragten Daniel Lörcher sprachen sie nach dem Film im Dialog mit dem Publikum über aktuelle Auswüchse von Fremdenhass und Antisemitismus im Fußball.

„Die Dokumentation zeigt den Fußball während des Holocaust, er ist aber auch ein Film darüber, dass antisemitische Parolen auch heute noch in den Fußballstadien existieren“, meint Oded Breda. „Die Darstellung der rassistischen Ideologie hinter dem Holocaust, das macht die Bedeutung des Films aus.“

#bild#Die Nationalsozialisten nutzten Filmaufnahmen von den Liga-Spielen im KZ Theresienstadt für ihre Propaganda. Computerspeziallist Breda entdeckte auf diesen Bildern einst seinen Onkel Pavel und begann daraufhin mit seinen Recherchen. Daraus entstand in Zusammenarbeit mit zwei Filmemachern die 53-minütige Dokumentation.

Breda hofft, mit seinem Engagement zumindest ein Stück weit etwas bewegen zu können. „Ein Film, dazu Erziehung und einige andere Anstrengungen können den Rassismus und den Antisemitismus in Fußballstadien reduzieren. Aber ganz abschaffen, leider wohl nicht.“

Daniel Lörcher setzt sich als BVB-Fanbeauftragter seit Jahren für eine Gedenkkultur ein. Unter anderem organisiert er regelmäßige Fahrten zur Gedenkstätte nach Auschwitz, die in Workshops vor- und nachbereitet werden. „Die Gruppen sind altersmäßig sehr heterogen, doch das verbindende Element, die Liebe zum Fußball, zum BVB, schafft eine gemeinsame Basis, sich dem Thema zu nähern.“

Regisseur Mike Schwartz sieht im Fußball ebenfalls ein Vehikel, um generationsübergreifendes Interesse zu wecken. „Dass in den Konzentrationslagern auch Fußballspiele organisiert und ausgetragen wurden, überrascht zunächst einmal viele und sorgt somit für Aufmerksamkeit, um sich dann mit den Hintergründen zu befassen.“

#bild#Das Deutsche Fußballmuseum veranstaltete den Film- und Diskussionsabend in Kooperation mit der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“, der Stiftung EVZ sowie mit der Jüdischen Gemeinde Dortmund. Ab April startet das Deutsche Fußballmuseum mit dem Kulturprogramm ANSTOSS  ein eigenes und neues Veranstaltungsformat.

„Wir möchten in Zukunft viele spannende Aspekte aus der Dauerausstellung in Gesprächsrunden, Lesungen und Vortragsreihen weiter vertiefen. Die heutige Veranstaltung mit ihren interessanten Gästen sowie der sensiblen wie wichtigen Thematik war ein würdiger und sehr gelungener Auftakt für das, was wir ab dem Frühjahr regelmäßig vorhaben“, resümierte Museumsdirektor Manuel Neukirchner am Ende eines fesselnden und kurzweiligen Abends, der vielen nachhaltig in Erinnerung bleiben dürfte.

Fotogalerie zu Veranstaltung „Liga Terezin“

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