20.11.2015

Mit Wosz Sonderausstellung zur Fußball-Einheit eröffnet

Mit einem Zeitzeugen ist die erste Sonderausstellung im Deutschen Fußballmuseum am Freitag, 20. November, gestartet. Dariusz Wosz gehörte zusammen mit Museumsdirektor Manuel Neukirchner zu den ersten Besuchern von „25 Jahre Deutsche Fußball-Einheit“. Die Sonderschau wird noch bis zum 13. Dezember in der Multifunktionsarena zu sehen sein und ist damit Bestandteil der ersten Dauerausstellung zur Geschichte des deutschen Fußballs.

#bild#Insgesamt elf Themeninseln erinnern an die sporthistorischen Ereignisse der politischen Wendejahre, bieten einen Rückblick auf deutsch-deutsche Fußballbegegnungen in Zeiten des geteilten Landes und beleuchten die Entwicklung der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte im wiedervereinigten Fußball-Deutschland. Zentrales Ausstellungsstück ist der Trabbi, über dem die damaligen Präsidenten Hans-Georg Moldenhauer und Hermann Neuberger am 21. November 1990 die Wiedervereinigung der beiden deutschen Fußballverbände auf dem Leipziger Augustusplatz per Handschlag besiegelten.

„25 Jahre ‚Deutsche Fußball-Einheit‘ geben Anlass, Bilanz zu ziehen“, sagt Museumsdirektor Manuel Neukirchner, „auch wenn sie zwiespältig ausfällt. Während beispielsweise die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland für einen neuen, positiv geprägten Patriotismus steht, der die innere Einheit des Landes sicher mit vorangetrieben hat, haben die Traditionsvereine des Ostens nach wie vor Schwierigkeiten, sich in den höchsten deutschen Spielklassen zu etablieren.“

Dariusz Wosz, der 24 Länderspiele für die DDR (7 Partien) und das wiedervereinigte Deutschland (17) bestritten hat, sieht allerdings die Chance, dass Vereine aus dem Osten mittel- und langfristig wieder in der 1. und 2. Bundesliga vertreten sind. „Leipzig und Dresden haben das Potenzial, in der Bundesliga mitzuspielen. Und Clubs wie Rostock, Cottbus und auch der 1. FC Magdeburg sollten den Ehrgeiz entwickeln, in die 2. Liga aufzusteigen.“

#bild#Rückblickend ist der 46-Jährige mit seiner fußballerischen Ausbildung in der DDR zufrieden, die in erster Linie beim HFC in Halle stattgefunden hat. „Es war hart, aber gut. Wir haben trainiert wie die Tiere. Es gab keinen Fahrdienst, kein Handy und keine Berater. Wir sind abends um 22 Uhr nach Hause gekommen, und am nächsten Morgen gegen 5:30 Uhr aufgestanden. Viele haben aufgegeben, doch wer dabei blieb, hat es später in den bezahlten Fußball geschafft“, so der gebürtige Pole, der 1980 nach Halle kam und beim letzten DDR-Länderspiel in der Anfangself stand.

Am 19. September 1990 traf die Auswahl von Trainer Eduard Geyer auf Belgien. Kapitän Matthias Sammer steuerte beide Tore zum 2:0-Sieg bei. Dariusz Wosz, heute im Trainerstab des VfL Bochum 1848, erinnert sich: „Spieler wie Doll und Thom hatten das Länderspiel abgesagt. Und auch Sammer musste überredet werden. Lange war nicht klar, ob gespielt wird. Doch die Trainer teilten uns mit, dass es ein wichtiger Test für die Qualifikation zur EM sei. Dass es das letzte DDR-Länderspiel sein würde, war uns Spielern zu dem Zeitpunkt nicht klar.“

#bild#Drei Wochen später wurde jedoch die Deutsche Wiedervereinigung gefeiert; und im November zogen die Fußballer nach. Der DFV, der Fußballverband der DDR, löste sich am 20. November auf und trat 24 Stunden später als Nordostdeutscher Fußballverband dem DFB bei. Die deutsche Fußball-Einheit war perfekt. Die Sonderausstellung „25 Jahre Deutsche Fußball-Einheit“ steht bis zum 13. Dezember allen Besucherinnen und Besuchern des Deutschen Fußballmuseums zu den üblichen Öffnungszeiten von dienstags bis sonntags jeweils von 9 Uhr bis 18 Uhr offen. Tickets für den Museumsrundgang inklusive Sonderausstellung sind an der Tageskasse oder online hier erhältlich.

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