Heimspiel für Vielfalt

      Das Thema Vielfalt ist 75 Jahre nach Kriegsende wichtiger denn je. Wir haben zu diesem Anlass einen neuen Workshop konzipiert und dabei die 7. Klasse des Carl-Friedrich-Gauß-Gymasiums begleitet: Für Toleranz, Respekt und Integration.

       

      Außerschulischer Lernort

      Es läuft die 6. Schulstunde. Die Gehirnzellen brennen, einige Schülerinnen und Schüler schielen auf die Uhr, sie können den Gong kaum noch abwarten und möchten einfach nur nach Hause… Jeder kennt dieses Gefühl aus der eigenen Schulzeit.
      Doch an diesem Tag ist alles ganz anders. Der Unterricht findet neben Fußballschuhen, Pokalen und Wimpeln statt: Im Deutschen Fußballmuseum. Soccercourt statt Schulbank, mit dem Blick auf Triumphe und Tragödien der deutschen Fußball-Geschichte. Mithilfe des Fußballs Kompetenzen in politischer und sozialer Bildung erlangen, das ist das Ziel des Projekttages Vielfalt. Ein Heimspiel für Vielfalt.

      Vorbereitung

      „Wir fahren nach Dortmund“, verkündet Lehrer Daniel Johanning gegenüber seiner 7. Klasse des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums Anfang Januar 2020. Eigentlich ein völlig gewöhnlicher Satz. Es gibt nur einen Haken: Johannings Schule befindet sich in Gelsenkirchen. Ein Ausflug in die ‚verbotene Stadt‘? Befürchtungen der Kinder, es würde zum schwarzgelben Fußball-Rivalen der Gelsenkirchener gehen, bestätigten sich jedoch nicht. Es sollte bunter werden.
      In den folgenden Wochen bereitet sich die gesamte Schule auf den Europa-Tag vor. Den Europa-Tag gibt es im Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium einmal pro Schuljahr. Grenzen sollen geöffnet werden für ein toleranteres Miteinander. Für die einen geht es ins Filmmuseum, andere informieren sich über die EU, die Klasse von Daniel Johanning und Susanne Hanke entscheidet sich für das kostenlose Bildungsprogramm des Deutschen Fußballmuseums.

      Der Projekttag

      „Der diesjährige Europa-Tag steht unter dem Motto ‚Nationalstaat/Nationalmannschaft‘ und da passt ein Besuch des Deutschen Fußballmuseums perfekt“, sagt Hanke im Vorfeld. Fächerübergreifend bereiten sich die Kinder auf den außerschulischen Workshop vor.
      In Dortmund angekommen, werden die angehenden Abiturienten bereits aus der Ferne begrüßt: „Projekttag Vielfalt“ strahlt es von der großen LED-Leinwand des Fußballmuseums in die Innenstadt Dortmunds. Die nächsten Stunden stehen im Zeichen des neu konzipierten Workshops. Für Toleranz, Respekt und Integration. Gegen Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus.

      Anpfiff

      Die Lehrkräfte halten sich von nun an im Hintergrund, stehen quasi im Abseits – Museumspädagogin Lea Gloth eröffnet den Projekttag.
      Was bedeutet Migration? Welche unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus gibt es? Wie kann man Vertrauen aufbauen und Grenzen überwinden? In einer Mischung aus Frage und Spiel bringt Groth den zwölf- bis 13-Jährigen gesellschaftsrelevante Themen näher. Ein Rundgang durch die Dauerausstellung in Form einer Art Schnitzeljagd darf natürlich nicht fehlen. Gesucht werden Exponate mit Bezug zum Thema Vielfalt und Geschichten mit historischer Relevanz. Es wird viel gestaunt, gelernt, ab und zu aber auch gelacht.

      „Ich finde es toll, dass es Stiftungen gibt, die Schulen einen kostenlosen Museumsbesuch samt Workshop ermöglichen“, sagt Daniel Johanning und ist sich sicher, dass nicht nur die Fußballfans aus seiner Klasse diesen Projekttag genießen und sich dabei – und das ist das Wichtigste – politisch und charakterlich weiterbilden. „Alleine durch das Museum zu laufen, wäre bei der Fülle an Informationen wahrscheinlich zu viel für die Kinder. Es ist gut, dass sie spielerisch Inhalte vermittelt bekommen“, sagt Susanne Hanke. Im nächsten Moment begibt sie sich selber auf Spurensuche ins Museum und entdeckt nicht nur das Nationalmannschaftstrikot von Mesut Özil, sondern auch sein umstrittenes Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Ein aktuelles Beispiel, das zeigt, wie Debatten und Diskussionen um Migration und Integration im  Fußball gesellschaftliche Relevanz erlangen.

      Abpfiff

      Es ist die sechste Schulstunde. Museumspädagogin Lea Gloth beendet den Projekttag. Der Tenor der Klasse lautet: viel zu früh! Ok, also geht der außergewöhnliche Unterrichtstag noch in die Nachspielzeit, mit Fußball in der Museumsarena samt Wettbewerb im Torwand-Schießen.
      Am Ende verlassen die Schülerinnen und Schüler des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnaisums aus Gelsenkirchen das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund - idealerweise - mit einer gestärkten Weitsicht. Denn die (Fußball-)Welt ist wahrlich vielfältiger und bunter als nur Königsblau oder Schwarzgelb.

      Sie möchten ebenfalls mit Ihrer Schulklasse oder Gruppe/Verein einen kostenlosen Workshop zu den Themen Vielfalt oder Gesundheit im Deutschen Fußballmuseum erleben? Buchen Sie hier.

      Der Projekttag "Vielfalt" wird gefördert durch:
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      Impressionen des Workshops "Vielfalt"

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