Inklusive der Turniere bei Welt- und Europameisterschaften absolviert die Nationalelf bisher 559 Begegnungen auswärts. Neben dem sportlichen Aspekt und dem Streben nach Erfolg kommt dabei immer auch ihre Botschafterrolle zum Tragen. Das Auftreten der Mannschaft steht im besonderen Fokus.
Einen nachhaltigen Beitrag zur Entspannung des Verhältnisses zwischen Engländern und Deutschen bringt die WM 1966. 21 Jahre nach Kriegsende bestreiten die einstigen Feinde vor 90.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion das Finale und liefern sich bis in die Verlängerung ein packendes Duell.
Durch das berühmte Wembley-Tor fällt in der 101. Spielminute die Vorentscheidung zugunsten der gastgebenden Mannschaft. Trotz des umstrittenen Gegentreffers verzichtet das Team aus Deutschland um Kapitän Uwe Seeler auf große Proteste.
Das faire Verhalten in der Niederlage stößt auf Respekt bei den englischen Zuschauern und im medialen Echo.
Zu einer gegenteiligen Reaktion kommt es bei der WM 1982. Im dritten Gruppenspiel gerät Deutschland in den Verdacht, mit Gegner Österreich einen „Nichtangriffspakt“ zu haben, der beiden Mannschaften das Weiterkommen ermöglicht.
Wegen der passiven Spielweise schwenken die Fans im Stadion wie enttäuschte Stierkampfzuschauer weiße Taschentücher, Fans der leidtragenden Algerier, die ausscheiden müssen, wittern Betrug und wedeln wütend mit großen Geldscheinen.
Das Spiel geht als „Schande von Gijon“ in die Geschichte ein und schadet dem Ansehen des deutschen Fußballs enorm.