Museumsdirektor Manuel Neukirchner mit den Talkgästen Steffen Freund und Raphael Honigstein.

      Freund und Honigstein bieten kurzweiligen Fußball-Talk

      „Am Ende gewinnen immer die Deutschen“ lautete der Titel der Talkrunde am Mittwochabend im Deutschen Fußballmuseum. Ex-Nationalspieler Steffen Freund, der Journalist und Buchautor Raphael Honigstein und Moderator Knut Hartwig redeten nach der Begrüßung durch Museumsdirektor Manuel Neukirchner zwei kurzweilige Stunden über die Hintergründe des berühmten Zitats von Englands Stürmer-Legende Gary Lineker und die spezielle deutsch-englische Fußball-Rivalität. | Deutsch-englische Fußball-Rivalität ist Thema im Fußballmuseum

      #bild#Zur Sprache kamen dabei natürlich die direkten Duelle der Nationalmannschaften, die mit vielen unvergessenen Momenten der Fußballgeschichte in Verbindung stehen: das Wembley-Tor, das Jahrhundertspiel von 1970, die Elfmeter-Dramen von 1990 und 1996 oder auch der für die Engländer sehr bedeutsame 5:1-Sieg ihres Teams im WM-Qualifikationsspiel 2001 in München.

      Lebhafte Diskussionen - auch unter Beteiligung des Publikums im voll besetzten N11 Restaurant des Deutschen Fußballmuseums - gab es um die aktuelle Situation in den jeweils höchsten Spielklassen, der Premier League und der Bundesliga. Hier ging es um die aggressive Transferpolitik der englischen Vereine, den Einflüsse der Investoren, die Auswüchse bei Ablösesummen und Gehältern und die damit verbunden Konsequenzen für die Attraktivität und Strahlkraft des Fußballs.

      „Der diesjährige Titelgewinn durch den großen Außenseiter Leicester City hätte für viele Vereine wegweisend sein können, auch mit geringen Budgets zum Erfolg zu gelangen“, sagt Raphael Honigstein, der seit über zwanzig Jahren in London lebt und das Geschehen aus nächster Nähe verfolgt. „Es ist auch eine schöne PR-Story für die Verantwortlichen der Premier League, nach dem Motto: ‚Alles ist möglich!‘ Doch Geld verkürzt den Weg. Und man muss auch sagen, dass es viele englische Fans freut, wenn ihnen jährlich neue Stars präsentiert werden und die Aussicht auf eine erfolgreiche Champions-League-Saison sich dadurch erhöht.“

      #bild#In Bezug zur Rivalität der Nationalmannschaften äußerte Honigstein: „Das Schlimmste für die Engländer ist das Gefühl, dass die Deutschen sie inzwischen gar nicht mehr als Rivale ernst nehmen. Spätestens seit der deutlichen Niederlage bei der WM 2010 in Südafrika ist in England die Erkenntnis gereift, dass die deutsche Nationalmannschaft in Sachen Spielkultur sowie Förderung und Eingliederung von Talenten meilenweit enteilt ist.“

      Steffen Freund gab mit seiner Erfahrung als 21-maliger deutscher Nationalspieler sowie als Profi, der sowohl in der Bundesliga und in der Premier League aktiv war, Einblicke in seine persönlichen Erlebnisse mit der deutsch-englischen Fußball-Rivalität: „Das Halbfinale bei der EM in England 1996 war natürlich einer der großen Höhepunkte in meiner Karriere, auch wenn ich mich unmittelbar vor dem Elfmeterschießen schwer verletzt habe.“ Freund schied in der 119. Minute mit einem Kreuzbandriss aus. „Es herrschte damals in dem alten Wembley-Stadion eine einzigartige Atmosphäre. Die Fans beider Teams haben gemeinsam gesungen und es war nichts zu spüren von den antideutschen Ressentiments, die damals in der englischen Presse geschürt wurden.“ Unter anderem hatte der Daily Mirror an dem Tag mit einer Fußball-Kriegserklärung aufgemacht.

      Steffen Freund steht gewissermaßen für die Wertschätzung und den gegenseitigen Respekt, die trotz aller Rivalität Wesensmerkmale der speziellen deutsch-englischen Beziehung sind. Ihm wurde 2009 die Ehre zuteil, in die Hall of Fame der Tottenham Hotspurs aufgenommen zu werden. „Das erfüllt mich mit Stolz und zeugt von einem Gespür dafür, Spieler, die alles für ihren Verein gegeben haben, unabhängig von ihrer Herkunft nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese Hingabe für den Verein, auch durch die Fans und allgemein die englische Fußballkultur üben eine große Faszination auf mich aus.“

      #bild#In Kürze geht es bei zwei weiteren Terminen im Kalender des Kultur- und Veranstaltungsprogramms des Deutschen Fußballmuseums um den englischen Fußball. Am 5. September läuft im Montagskino „Gascoigne“, eine Dokumentation über den englischen Fußballstar der 1990er-Jahre, der nach seiner Karriere mit großen gesundheitlichen und sozialen Problemen zu kämpfen hat. Am 26. 9. geht es in der Talkrunde "Cool Britannia?"um die englische Fan- und Vereinskultur unter dem Einfluss des Milliardenunternehmens Premier League. Diesen Abend gestaltet das Deutsche Fußballmuseum in Kooperation mit dem kicker Sportmagazin.

      Weitere Informationen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

      Lebhafte Diskussion über deutsch-englische Fußballrivalitäten.

      Direktor Manuel Neukirchner begrüßt die Gäste.

      Steffen Freund und Fans.

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