Lange war der Frauenfußball eine Welt für sich. Er spielte am Rand der großen Bühne, auf Nebenplätzen fern vom Rampenlicht. Er wurde belächelt und bekämpft – und ist doch unbeirrbar gewachsen. Die Frauen-Nationalmannschaft war dabei immer eine wichtige Triebfeder. Im Zuge der Professionalisierung von Vereinsstrukturen, höherer TV-Gelder und der Etablierung eines Namenssponsors erlangte auch die Frauen-Bundesliga in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Die Top-Begegnungen verzeichnen immer neue Rekordbesuche, viele Spielerinnen gelangen in den Fokus europäischer Spitzenclubs. Einst „No Names“ haben sie sich zu Pop-Ikonen entwickelt und inszenieren sich mit immenser Reichweite. Das öffentliche Interesse an den Protagonistinnen wächst rapide. Stars wie Lena Oberdorf, Giulia Gwinn, Alexandra Popp und Ann-Kathrin Berger haben dem Deutschen Fußballmuseum persönliche Objekte zur Verfügung gestellt und gewähren darüber spannende Einblicke in den aktuellen Frauenfußball und den eigenen Werdegang.
Diese neue Dynamik spiegelt sich in unserem Ausstellungsbereich über den Frauenfußball wider, ohne dabei die schwierigen Anfänge und die großartigen Pionierleistungen früherer Spielerinnengenerationen außer Acht zu lassen. Schon 1930 sagte Lotte Specht, die Gründerin des ersten Frauenfußballvereins in Deutschland: „Was die Männer können, können wir auch.“ Doch bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz des Frauenfußballs sollten noch Jahrzehnte vergehen. Welche Widerstände dabei überwunden werden mussten, warum der DFB zeitweilig ein Frauenfußball-Verbot aussprach und wann sich die großen Meilensteine ereigneten, auf denen die erfolgreiche Entwicklung und herausragenden Erfolge der vergangenen 30 Jahre basieren, wird durch beeindruckendes Bild- und Tonmaterial sowie zahlreiche vertiefende Informationen zu den Exponaten dargestellt.