Die Rednerinnen und Redner zum Internationalen Holcoaust-Gedenktag.

      Internationaler Holocaust-Gedenktag im Fußballmuseum: ein Ort der Begegnung

      Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund ist eine Welt für Erlebnisse und ein Hort für Ergebnisse. Vor allem aber ist das Deutsche Fußballmuseum ein Ort der Begegnung. Am Sonntagvormittag begegneten sich 220 Menschen zum Internationalen Holocaust-Gedenktag.

      „Fußball ist für uns mehr als ein Spiel mit 22 Akteuren“, sagt Direktor Manuel Neukirchner. „Der Fußball spiegelt entscheidende historische Zusammenhänge des 20. Jahrhunderts.“ Eine Begegnung ist mehr als ein Spiel.

      Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag sind sich Jeremy Issacharoff, Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland, und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth begegnet, Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und DFB-Präsident Reinhard Grindel, Festredner Prof. Moshe Zimmermann von der Hebräischen Universität Jerusalem und Georg Borgschulte, Vorstand der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V.

      #bild#Insgesamt waren es 220 Menschen, die miteinander ins Gespräch gekommen sind und gemeinsam der Opfer des nationalsozialistischen Völkermords gedacht haben. Der Holocaust-Gedenktag ist fester Bestandteil der Erinnerungskultur der Stadt Dortmund.

      „Auch wenn der Anlass bedrückend ist, freue ich mich, diesen Tag erstmals im Fußballmuseum zu begehen“, sagte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau, und fügte hinzu: „Ein Format, an das man sich gewöhnen könnte.“ Claudia Roth, erst im Dezember zur Debatte „Angriff über Rechts“ zu Gast im Fußballmuseum gewesen, teilt diese Freude: „Ich freue mich so sehr, an diesem Ort zu sein, der so viel mehr ist als ein Museum für Fußball. Das Deutsche Fußballmuseum sendet auch gesellschaftliche Signale.“

      #bild#Es tut dies in der musealen Dauerausstellung, im eigenen Kultur- und Veranstaltungsprogramm ANSTOSS sowie in der Vermittlung an Schülerinnen und Schüler. Und es liefert damit die Vorlage für eine bleibende Verortung des Fußballs in all seinen Farben und Facetten, in all seinen Dimensionen und Diskussionen.

      „Auch die Vereine und der DFB haben im Holocaust versagt. Sie waren keine Widerstandskämpfer. Und danach folgte eine lange Zeit des Verdrängens“, erinnerte etwa DFB-Präsident Reinhard Grindel, und fügte an. „Ich bin stolz, dass der DFB heute für Vielfalt steht. Vielfalt ist eine Stärke.“ Manifestiert ist diese Aussage im Gewinn der Weltmeisterschaft 2014; als Mats Hummels neben Jerome Boateng verteidigte und Mario Götze neben Mesut Özil stürmte. Die Bilder dazu sind noch frisch, die Emotionen lebendig.

      Für einen nachhaltigen Anker im Gedächtnis gibt es im Deutschen Fußballmuseum den Ausstellungsbereich „Krieg und Vernichtung“. Hier wird auch an die dunklen Kapitel deutscher Fußball- und Gesellschaftsgeschichte erinnert. Hier werden die Erinnerungen nicht nur geweckt, sondern wachgehalten. „In der Dauerausstellung wird ausführlich an Julius Hirsch erinnert – das ist einprägsam und eine gute Gelegenheit“, sagte Ullrich Sierau.

      Ausgestellt sind u.a. der Stolperstein, der 2006 zu Julius Hirschs Gedenken auch vor seinem einstigen Wohnhaus in Karlsruhe verlegt worden ist, und die Mitgliedskarte seines ersten Vereins, des Karlsruher FV.

      Das Schicksal des jüdischen Fußballers Julius „Juller“ Hirsch steht stellvertretend. 1943 – vor 75 Jahren – wurde er gemeinsam mit mehreren hundert Juden und deren Familien von Dortmund aus nach Auschwitz deportiert. Sein letztes Lebenszeichen ist eine am 3. März 1943 in Dortmund gestempelte Postkarte, die er wohl aus dem fahrenden Zug geworfen hat. Vermutlich wurde der deutsche Nationalspieler unmittelbar nach seiner Ankunft im Konzentrationslager ermordet. Vor der NS-Zeit trug Julius Hirsch sieben Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft, spielte bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm und war der erste Spieler der deutschen Fußballgeschichte, der mit zwei Vereinen – Karlsruher FV und SpVgg Fürth – die Deutsche Meisterschaft gewann. Über 100 Jahre ist das nun her.

      Doch „Erinnerung ist nichts für Gedenktage allein. Erinnerung ist was für jeden Tag“, sagt Claudia Roth. „Deshalb sind wir heute hier, in einem, in unserem Fußballmuseum.“ Das Deutsche Fußballmuseum ist eine Welt der Erlebnisse, ein Hort für Ergebnisse – und ein Ort der Begegnung.

      Die gesamte Veranstaltung zum Anhören über Soundcloud:

       

       

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      Museumsdirekor Manuel Neukirchner: 'Der Fußball spiegelt entscheidende historische Zusammenhänge des 20. Jahrhunderts.'

      Prominente Rednerinnen und Redner im Deutschen Fußballmuseum.

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