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        Otto Rehhagel

        * 09. August 1938, Essen
        Trainer

        Stationen als Trainer:

        1972                   FV Rockenhausen
        1972-1973         1. FC Saarbrücken
        1973-1974         Kickers Offenbach (Assistenz) 
        1974-1975         Kickers Offenbach 
        1976                   Werder Bremen
        1976-1978         Borussia Dortmund
        1978-1979         Arminia Bielefeld
        1979-1980        Fortuna Düsseldorf
        1981-1995         Werder Bremen
        1995-1996        FC Bayern München
        1996-2000       1. FC Kaiserslautern
        2001-2010        Griechenland
        2012                   Hertha BSC

        Verein:
        837 Spiele (Bundesliga)

        Erfolge:
        Deutscher Meister: 1988, 1993, 1998
        Deutscher Pokalsieger: 1980, 1991, 1994
        Europapokal der Pokalsieger: 1992
         

        Nationalmannschaft:
        106 Spiele

        Europameister: 2004

        Der 4. Juli ist augenscheinlich ein besonderer Tag, um Fußballgeschichte zu schreiben: Denn auf den Tag genau 50 Jahre nach dem „Wunder von Bern“, dem ersten WM-Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft 1954 in der Schweiz gegen scheinbar übermächtige Ungarn, schickt sich Otto Rehhagel an, ebenfalls etwas völlig Unerwartetes zu schaffen: Die von ihm trainierte griechische Nationalmannschaft gilt im Europameisterschaft-Finale in Portugal gegen den Gastgeber als haushoher Außenseiter. 

        Doch abermals erweist sich seine disziplinierte Defensivtaktik als ausgeklügelter Schachzug. Wie schon im Viertel- und Halbfinale gelingt den Griechen ein 1:0-Sieg, die damit Europas Thron erklimmen. Es ist eine der größten Sensationen der Fußballhistorie. Und „König“ Otto wird an der Peleponnes in Anspielung auf den mythischen Helden Herkules als „Rehakles“ gefeiert. Damit hat er es seinen Kritikern gezeigt, die ihm ein veraltetes Fußballverständnis vorgeworfen hatten. Bereits nach dem nicht minder überraschenden Halbfinal-Sieg gegen Tschechien äußert Rehhagel: „Modern ist, wer gewinnt.“ 

        Siege vollbringt das selbsternannte Kind der Bundesliga nicht nur gerne, sondern vor allem auch oft. Nach seiner Spielerkarriere bei Rot-Weiss Essen, Hertha BSC und dem 1. FC Kaiserslautern widmet er sich der Trainertätigkeit. Nach verschiedenen eher kurzen Engagements heuert Rehhagel 1981 beim SV Werder Bremen an, mit dem er auf Anhieb den Aufstieg in die Bundesliga bewerkstelligt. Es folgen 14 erfolgreiche Jahre an der Weser. In dieser Zeit wird er zweimal Deutscher Meister, viermal Vize-Meister, gewinnt zweimal den DFB-Pokal. Zudem gelingt ihm mit dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger 1992 in Lissabon gegen den AS Monaco der größte Triumph in der Vereinsgeschichte der Bremer.

        Nach einem glücklosen Intermezzo bei Bayern München übernimmt er 1996 den 1. FC Kaiserslautern, der gerade in die zweite Liga abgestiegen ist. Auch hier steigt er postwendend wieder auf und es folgt ein nächstes Wunder: Als erster Verein in der Bundesliga schaffen es die Kaiserslauterer als Aufsteiger Deutscher Meister zu werden. Die Weichen dafür sind schon früh gestellt. Am ersten Spieltag gewinnt Rehhagels Team mit 1:0 bei Titelverteidiger Bayern München, ausgerechnet bei dem Verein, der ihn im Jahr zuvor trotz Erreichen des UEFA-Cup-Finales beurlaubt hatte. 

        Als seine größten Vorbilder bezeichnet Rehhagel immer wieder die Weltmeisterelf von 1954. In Sachen Heldenstatus und im Vollbringen von Wundern steht er ihr kaum nach.

        Die HALL OF FAME des deutschen Fußballs ist auf Initiative des Deutschen Fußballmuseums gegründet worden. Im November 2018 und Januar 2019 haben führende Sportjournalistinnen und Sportjournalisten die Gründungsmannschaften der Männer und Frauen gewählt. Die Jurymitglieder waren aufgerufen, ihre Spieler- und Trainerpersönlichkeiten des deutschen Männer- und Frauenfußballs zu berufen. Genannt werden durften Spielerinnen und Spieler, die für deutsche Auswahlmannschaften spielberechtigt waren und deren Karriereende mindestens fünf Jahre zurückliegt. Die HALL OF FAME würdigt die größten Legenden des deutschen Fußballs erstmals zentral an einem Ort. Sie ist Teil der Dauerausstellung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Am 1. April 2019 eröffnet, ist so eine dauerhafte Pilgerstätte für alle Fußballfans entstanden. Die Jury entscheidet im jährlichen Rhythmus über weitere Neuaufnahmen aus dem Männer- und Frauenfußball.

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